Hitachi, Mitsui OSK Lines und Japan Airlines haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um Japans erstes Pilotprojekt zur direkten CO2-Abscheidung aus dem Meer auf der Insel Kume, Okinawa, durchzuführen. Das abgeschiedene CO2 soll zu synthetischem Flugkraftstoff verarbeitet werden.
Die drei Unternehmen kündigte die Vereinbarung an Am 4. August startet das Pilotprojekt. Dabei kommen containerisierte Anlagen zum Einsatz, die an Land installiert werden. Sie saugen Meerwasser aus der Umgebung der Insel an und trennen das darin gelöste CO₂ ab. Die Partner benötigen Basisdaten zu den betrieblichen Herausforderungen und den Umweltauswirkungen, bevor ein breiterer Einsatz entlang der japanischen Küste erfolgen kann.
Die direkte CO₂-Abscheidung im Meerwasser entfernt Kohlenstoff direkt aus dem Wasser. Da sich das Meer im Gleichgewicht mit der Atmosphäre befindet, regt die CO₂-Entnahme aus dem Wasser das Meer dazu an, mehr CO₂ aus der Luft aufzunehmen. Weil Meerwasser etwa 100- bis 150-mal so viel CO₂ aufnehmen kann wie die Atmosphäre, argumentieren Befürworter, dass diese Methode Kohlenstoff kostengünstiger und energieeffizienter abscheiden könnte als Verfahren, die auf der Luft basieren.
Auf der Insel Kume befinden sich bereits Pilotprojekte, die für ihren Standort geeignet sind, darunter die Nutzung von Meereswärmeenergie, und sie verfügt über ein hohes Maß an Expertise in der Meeresforschung. Daher wählten die Partner die Insel für den ersten Test dieser Technologie im Land.
Ein Weg zur Kommerzialisierung der Captura-Technologie in Japan
Alle drei Unternehmen haben investiert in ErfassungDer in Kalifornien ansässige Entwickler von Technologien zur direkten Meeresentnahme hat über seine Investmenttöchter und andere Kanäle Kontakt aufgenommen. Gemeinsam prüfen sie ein Pilotprojekt in Japan und sehen den Test vor der Insel Kume als ersten Schritt zur kommerziellen Einführung der Captura-Technologie in Japan.
Die Logik ist teilweise wirtschaftlicher Natur. Schifffahrt und Luftfahrt sind schwer zu klimaneutralisierende Sektoren, in denen die Elektrifizierung schwierig ist. Daher wird erwartet, dass die CO₂-Entnahme einen Teil der Last tragen wird. Der Aufbau eines inländischen Ökosystems zur CO₂-Entnahme würde zudem die zukünftigen Kosten für den Kauf von CO₂-Zertifikaten aus dem Ausland senken.
Was jeder Partner mitbringt
Hitachi wird Betriebsdaten und die Wasserqualität, einschließlich gelöstem anorganischem Kohlenstoff und pH-Wert, mithilfe von Analysegeräten von Hitachi High-Tech messen und aufzeichnen. Durch die Rückführung dieser Daten in den Anlagenbetrieb sollen die Betriebsbedingungen ermittelt werden, die die beste Energieeffizienz ermöglichen. Zudem werden die abgeschiedene CO₂-Menge und der Stromverbrauch erfasst – die Grundlage für eine Mess-, Berichts- und Verifizierungsplattform, die die Ausstellung von CO₂-Zertifikaten mit hoher Integrität unterstützen könnte.
MOL wird seine umfassende Partnerschaftsvereinbarung mit der Stadt Kumejima nutzen, um gemeinsam mit lokalen Akteuren den Pilotstandort vorzubereiten. Japan Airlines wird zusammen mit den Regionalfluggesellschaften Japan Transocean Air und Ryukyu Air Commuter die Öffentlichkeitsarbeit leiten und die Technologie als zukünftige CO₂-Quelle für ihre Treibstoffversorgung bewerten.
Von abgeschiedenem Kohlenstoff bis hin zu Flugkraftstoff
Das Endziel ist eine inselbasierte, autarke Kohlenstoffwirtschaft, in der das gewonnene CO₂ als Rohstoff für synthetische Kraftstoffe wie e-SAF dient. Letzteres wird durch die Kombination von abgeschiedenem Kohlenstoff mit aus erneuerbaren Energien erzeugtem Wasserstoff hergestellt. Die Partner planen zudem Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Pilotprojekts. Dies ist Teil eines umfassenderen Vorhabens, aus Japans Meeresressourcen eine sogenannte „blaue Wirtschaft“ aufzubauen.




