Forscher der Purdue University und der Sandia National Laboratories stellen eine neuartige, kostengünstige Methode vor, bei der Ton zur Absorption von CO₂ aus der Atmosphäre eingesetzt wird. Damit könnten groß angelegte Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels mithilfe eines natürlichen, reichlich vorhandenen Materials transformiert werden.
Forscher haben Ton, eines der am häufigsten vorkommenden Nanomaterialien der Erde, als potenziellen Wendepunkt im Kampf gegen den Klimawandel identifiziert. Ein Team unter der Leitung von Professor Cliff Johnston von der Purdue University hat in Zusammenarbeit mit Spezialisten der Sandia National Laboratories eine Studie veröffentlicht, Die Studie zeigt, wie Ton Kohlendioxid (CO₂) direkt aus der Atmosphäre binden kann. Dieser innovative Ansatz könnte die Bemühungen zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels deutlich unterstützen.
Die im Journal of Physical Chemistry C veröffentlichten Ergebnisse zeigen eine einzigartige Methode, die Eigenschaften von Ton zu nutzen, um CO₂ effizienter zu absorbieren als herkömmliche Methoden. Johnstons Team, zu dem auch der Student Riley Welsh und mehrere Forscher von Sandia gehören, entdeckte, dass in Ton-Nanoporen eingeschlossenes Wasser den Absorptionsprozess unterstützt. Dies deutet darauf hin, dass Ton nicht nur als Kohlenstoffabscheider dient, sondern in Kombination mit Wasser auch die Absorptionskapazität erhöhen kann.
Diese Forschung gewinnt zunehmend an Bedeutung und bietet einen praktikablen Weg zu nachhaltigeren Technologien zur direkten CO₂-Abscheidung aus der Luft. Ton ist aufgrund seiner hohen Verfügbarkeit und niedrigen Kosten eine attraktive Option für den großflächigen Einsatz. Tuan Ho, Chemieingenieur bei Sandia, wies darauf hin, dass die vorläufigen Ergebnisse, die Computermodelle mit experimentellen Daten kombinieren, zeigen, dass Ton einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung des atmosphärischen CO₂-Gehalts leisten und so dem Klimawandel entgegenwirken könnte (im Gespräch mit den Sandia National Laboratories).
Darüber hinaus steht die Purdue-Sandia-Initiative im Einklang mit einer wachsenden Zahl von Belegen für die Wirksamkeit natürlicher Materialien in Technologien zur Kohlenstoffabscheidung. Während umfangreiche Investitionen traditionell auf komplexere Methoden konzentriert waren, unterstreicht diese Forschung einen Paradigmenwechsel hin zur Nutzung leicht verfügbarer natürlicher Ressourcen wie Ton. Solche Fortschritte könnten weitreichende Auswirkungen haben und schnellere und kostengünstigere Reaktionen auf steigende CO₂-Werte ermöglichen.
Angesichts der eskalierenden Klimakrise werden innovative Lösungen wie die Nutzung von Ton zur Kohlenstoffbindung von Wissenschaftlern und Politikern gleichermaßen aufmerksam beobachtet. Die vielversprechenden Ergebnisse dieser Forschung verdeutlichen nicht nur das Potenzial von Ton, sondern erfordern auch weitere Untersuchungen zu natürlichen Materialien als praktikablen Bestandteilen des Instrumentariums zur Bekämpfung des Klimawandels. Die Studie wurde mit dem R&D 2024 Award 100 ausgezeichnet und bildet die Grundlage für laufende Patentanmeldungen.




