Einem neuen Bericht der Weltbank zufolge müssen Ostasien und der Pazifik bis 2040 mehr als 460 Milliarden Dollar in Schiffe, Häfen und sauberere Kraftstoffe investieren, um den Seehandel effizient, sicher und kohlenstoffärmer zu gestalten.
Die Schifffahrt transportiert Güter, von denen regionale Volkswirtschaften abhängen, und in Ostasien und im Pazifikraum ist das Ausmaß enorm. Ein neuer Bericht der Weltbank warnt davor, dass die Flotten und Häfen, die diesen Handel abwickeln, erhebliche Investitionen benötigen, um effizient und sicher zu bleiben und ihre Emissionen zu reduzieren. Häfen, Schiffe und Treibstoffe: Maritime Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in Ostasien und im Pazifikwurde am 27. Juli veröffentlicht.
Laut Schätzungen wird die Region zwischen 2025 und 2040 mehr als 460 Milliarden US-Dollar an Investitionen im maritimen Sektor benötigen. Davon sind etwa 280 Milliarden US-Dollar für die Erneuerung veralteter Schiffsflotten und rund 180 Milliarden US-Dollar für den Ausbau und die Modernisierung von Häfen vorgesehen. Die Mobilisierung von Mitteln in diesem Umfang, so der Bericht, erfordert koordinierte Maßnahmen von öffentlichem und privatem Sektor, die durch eine klare und berechenbare Politik gestützt werden.
Ein Sektor, der die regionale Wirtschaft trägt
Der Bericht verdeutlicht die Bedeutung des Sektors. Die Seeschifffahrt beschäftigt in der Region direkt bis zu neun Millionen Menschen und sichert den Lebensunterhalt von bis zu 18 Millionen Menschen. Im Jahr 2025 überstieg der Seehandel in Ostasien und im Pazifik sechs Milliarden Tonnen und bildete die Grundlage für eine Wirtschaftsleistung von bis zu 3.7 Billionen US-Dollar.
Laut dem Bericht generiert jede Tonne Fracht, die über die Häfen der Region umgeschlagen wird, einen direkten wirtschaftlichen Output von rund 155 US-Dollar. Berücksichtigt man die Folgeeffekte in den Bereichen Produktion, Handel und Haushaltseinkommen, liegt der Wert jeder Tonne zwischen 310 und 620 US-Dollar.
„Maritime Lieferketten sind das Rückgrat regionaler Volkswirtschaften“, sagte Carlos Felipe Jaramillo, Vizepräsident der Weltbank für Ostasien und den Pazifik. „Wenn sie reibungslos funktionieren, werden Unternehmen wettbewerbsfähiger, Märkte zugänglicher und Gemeinschaften prosperieren. Dieser Bericht ist ein Aufruf, Arbeitnehmer zu schützen, die Sicherheit auf See zu stärken und die Chancen einer effizienteren und nachhaltigeren maritimen Zukunft zu nutzen.“
Effizienz, Sicherheit und sauberere Kraftstoffe
Der Bericht betrachtet Häfen, Schiffe und Treibstoffe als ein zusammenhängendes System und benennt drei miteinander verbundene Prioritäten: Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Höhere Effizienz und Sicherheit würden die Zuverlässigkeit verbessern, die Kosten senken und die regionalen Lieferketten wettbewerbsfähiger machen. Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit hängen laut Bericht von Investitionen in alternative Kraftstoffe und die entsprechende Infrastruktur ab.
Veraltete Flotten, Hafenstaus und Sicherheitsrisiken zählen zu den Herausforderungen, denen sich die Region nicht länger entziehen kann. Die Umstellung auf sauberere Kraftstoffe verursacht zusätzliche Kosten, und der Bericht beschreibt diese Entscheidungen als prägend für den Sektor bis 2050.
In Menschen investieren
Geld allein wird den Wandel nicht bewältigen. Der Bericht betont, dass Regierungen und die Industrie die Beschäftigten mit den erforderlichen Kompetenzen für einen sich wandelnden Sektor ausstatten müssen, da Automatisierung, Digitalisierung und alternative Kraftstoffe die Arbeit auf See und an Land grundlegend verändern. Die Schaffung sicherer und attraktiver Karrieremöglichkeiten in der Schifffahrt ist, so der Bericht, entscheidend, um die benötigten Fachkräfte zu halten.
Für eine Region, die einen Großteil des Welthandels abwickelt, lautet die Botschaft: Maritime Dekarbonisierung und wirtschaftliche Resilienz sind ein und dasselbe Ziel. Die Investitionslücke ist real, und der Bericht bietet Regierungen einen detaillierten Fahrplan mit Kostenangaben, um diese zu schließen.




