Zenobe übernimmt den deutschen Batterieentwickler SDP Energie

August 1, 2026
von Dominic Shales

Zenobe hat den bayerischen Projektentwickler SDP Energie übernommen, um in den deutschen Batteriespeichermarkt einzusteigen und Projekte im Übertragungsmaßstab mit einer Leistung von 1.75 Gigawatt zu realisieren, während im Vorfeld der Einführung der Netzentgelte im Jahr 2029 zahlreiche Investitionen fließen.

Der deutsche Markt für Batteriespeicher hat sich zu einem der aktivsten in Europa entwickelt, und ein britischer Betreiber möchte sich ein Stück vom Kuchen sichern. ZenobeZenobe, ein britisches Unternehmen für Speicherlösungen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, hat den bayerischen Batterieentwickler SDP Energie übernommen. Die am 27. Juli bekanntgegebene Transaktion ist Zenobes erster Schritt auf den deutschen Markt.

Durch die Übernahme erhält Zenobe Zugang zu sechs Batteriespeicherprojekten auf Übertragungsebene mit einer Gesamtkapazität von 1.75 Gigawatt. Die Entwicklungspipeline von SDP umfasst insgesamt 4 Gigawatt. Die Logik dahinter ist eine einfache Arbeitsteilung: SDP kennt das deutsche Stromnetz und seine Vorschriften, während Zenobe Erfahrung im Bau und Betrieb großer, an das Stromnetz angeschlossener Batteriespeicher in Großbritannien mitbringt.

Warum Deutschland, und warum gerade jetzt?

Der Zeitpunkt erklärt einen Großteil des Deals. Im Mai legten die deutschen Regulierungsbehörden eine Frist bis zum 4. August 2029 Damit Speicherprojekte ans Netz angeschlossen werden können und die Gebühren für das Laden und Entladen vermieden werden, stellte diese Entscheidung das Vertrauen der Investoren wieder her und löste einen regelrechten Boom aus. Energy-Storage.News zählt etwa 15 Gigawattstunden von Großbatteriekapazitäten, die seit dem Urteil Ende Mai angekündigt wurden.

Die Aktivitäten reißen nicht ab. Am selben Tag, an dem die Übernahme von Zenobe bekannt wurde, gab der Energiekonzern RWE bekannt, mit dem Bau einer 236-Megawatt-Batterie in seinem Tagebau Hambach begonnen zu haben, die 2027 in Betrieb gehen soll. Auch der deutsche Markt tendiert zu längeren Batteriespeichern mit einer Laufzeit von vier Stunden, wobei die Einnahmen im Vergleich zu Großbritannien stärker aus dem Energiegroßhandel stammen.

Was Zenobe mitbringt

Zenobe hat sich in Großbritannien mit Großspeichern einen Namen gemacht. Das Unternehmen gehörte mit seinen Projekten Kilmarnock South und Blackhillock in Schottland zu den Pionieren im Einsatz von Batterien zur Bereitstellung netzbildender Dienstleistungen wie Trägheit. Dieser Markt öffnet sich nun auch in Deutschland. Zenobe finanzierte zudem die erste britische Vier-Stunden-Batterie mit einer Leistung von 200 Megawatt und einer Speicherkapazität von 800 Megawattstunden. Coalburn-Projekt.

Johannes Steck, Mitgründer von SDP Energie, erklärte, der deutsche Markt belohne Geduld. „Die Entwicklung von netzgekoppelten Batteriespeicherprojekten in Deutschland erfordert fundierte lokale Expertise, Beharrlichkeit und vertrauensvolle Beziehungen“, sagte er.

Ein Käufer, der noch mehr einkaufen muss

Zenobe hat signalisiert, dass dies erst der Anfang ist. „Wir beabsichtigen, weitere Projekte im Übertragungsnetzbereich zu erwerben und mit führenden Abnehmern zusammenzuarbeiten, die einen bewährten Partner für Flexibilitätsdienstleistungen suchen“, sagte James Basden, Mitgründer und Geschäftsführer von Zenobe.

Durch die Übernahme reiht sich Zenobe in den wachsenden Kreis der Investoren ein, die auf Renditen im deutschen Speichersektor setzen. Da Deutschland bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien anstrebt, benötigt sein Stromnetz deutlich mehr Flexibilität, und die nun finanzierten Batterien sollen diese bereitstellen.