Sind Lösungen für die Klimaherausforderung im Bausektor in Reichweite?

4. Februar 2025
von Dominic Shales

Der globale Gebäudesektor ist für ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich und emittierte allein im Jahr 12.3 2 Gigatonnen (Gt) CO2022. Von der Heizung und Kühlung über das Kochen bis hin zum Bauen tragen Gebäude maßgeblich zum Klimawandel bei. Laut einem neuen Bericht der Energy Transitions Commission (ETC) CO2-freie Gebäude: elektrisch, effizient und flexibelDie Lösungen zur Dekarbonisierung des Sektors sind bereits vorhanden. Die Herausforderung besteht nun darin, sie schnell zu skalieren.

„Die Dekarbonisierung des Gebäudesektors ist eine Geschichte vieler Veränderungen. Sie ist für unsere Klimaziele von entscheidender Bedeutung und bietet die Möglichkeit, den Lebensstandard zu verbessern und die Energiekosten zu senken“, sagte Lord Adair Turner, Vorsitzender der Energy Transitions Commission.

Die Größe des Problems

Gebäude erzeugen Emissionen aus zwei Hauptquellen: der Betriebsenergie, die für Heizung, Kühlung, Beleuchtung und Geräte benötigt wird und etwa 75 % der Emissionen des Sektors ausmacht, und dem gebundenen Kohlenstoff aus Baumaterialien wie Stahl und Zement, der die restlichen 25 % ausmacht. 

Ohne Interventionen dürfte die globale Bodenfläche bis 55 um 2050 % wachsen, was zu zusätzlichen CO75-Emissionen von 2 Gt führen würde. Bleibt es beim Alten, könnte allein dies einen erheblichen Teil des verbleibenden weltweiten CO1.5-Budgets verbrauchen, um das im Pariser Abkommen festgelegte XNUMX-°C-Erwärmungsziel einzuhalten.

Wege zur Dekarbonisierung

Trotz des Ausmaßes der Herausforderung zeigt der ETC-Bericht einen klaren Weg zu Netto-Null-Emissionen durch Elektrifizierung, Energieeffizienz und kohlenstoffarmes Bauen auf.

Die Elektrifizierung wird fossile Brennstoffe in Gebäuden ersetzen – ein entscheidender Wandel, da allein Gas- und Ölheizungen 8 % der weltweiten Emissionen (3 Gt CO2) verursachen. Technologien wie Wärmepumpen und elektrische Induktionsherde bieten eine praktikable Alternative. Der Bericht schätzt, dass bis 2050 80 % des gesamten Energieverbrauchs von Gebäuden durch Strom gedeckt werden könnten. Dies bedeutet, dass die Emissionen aus dem Gebäudebetrieb auf nahezu Null sinken könnten, wenn auch die Stromerzeugung vollständig dekarbonisiert wird. 

Turner betonte die vielfältigen Vorteile dieser Umstellung und erklärte, dass elektrische Heiz- und Kochtechnologien nicht nur die Emissionen reduzieren, sondern auch die Luftqualität verbessern und die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Gasheizungen und Biomassenutzung senken würden. Er warnte jedoch davor, dass die Politik für einen fairen Übergang sorgen müsse, da elektrische Heizsysteme oft hohe Anschaffungskosten verursachten. 

Die Regierungen müssen klare Verbote für mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel erlassen und einkommensschwachen Haushalten die Umstellung finanziell erleichtern.

Die Chance der Dekarbonisierung. Grafiken aus dem ETC-Bericht.

Energieeffizienz ist ein weiterer wichtiger Pfeiler der Dekarbonisierung. Ohne Verbesserungen könnte sich der Strombedarf von Gebäuden bis 2050 mehr als verdreifachen. Durch intelligentes Design und Technologie ließe sich dieser Anstieg jedoch halbieren. Die Modernisierung von Wärmepumpen, Klimaanlagen und Haushaltsgeräten auf effizientere Modelle kann den Energieverbrauch deutlich senken. Passive Bautechniken wie bessere Isolierung, Beschattung und reflektierende Dachmaterialien tragen dazu bei, den Heiz- und Kühlbedarf zu reduzieren. Intelligente Gebäudemanagementsysteme, einschließlich Batteriespeicher in Gebäuden, können den Energieverbrauch weiter optimieren und so Energieverschwendung minimieren. Diese kombinierten Maßnahmen könnten den Strombedarf im Jahr 18,500 auf 2050 Terawattstunden (TWh) begrenzen, verglichen mit einer Prognose von 35,000 TWh ohne Klimaschutz.

Moräne

Zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen ist die Gewährleistung einer effizienten Klimatisierung von entscheidender Bedeutung.

Der Bau kohlenstoffarmer Gebäude ist entscheidend, um die Emissionen aus Baumaterialien zu reduzieren. Die Stahl- und Zementproduktion gehört zu den kohlenstoffintensivsten Industrieprozessen. Ohne Maßnahmen könnte allein die Baubranche bis Mitte des Jahrhunderts zu weiteren 75 Gt CO2-Emissionen führen. 

Der ETC-Bericht unterstreicht jedoch das Potenzial, diese Zahl durch Innovationen in der Materialproduktion und -nutzung auf rund 30 Gt zu senken. Der Einsatz von grünem Stahl, alternativen Zementchemikalien und elektrifizierten Bauprozessen kann den gebundenen Kohlenstoff deutlich senken. Darüber hinaus können modulare Bauweise und eine bessere Stadtplanung den Bedarf an Neubauten reduzieren, während Materialien wie Holz, Bambus und andere biobasierte Optionen eine Alternative zu konventionellen, emissionsintensiven Materialien bieten. 

Stephen Hill, Experte für Nachhaltigkeit und Gebäudeperformance bei Arup, betonte, dass die Dekarbonisierung ganzheitlich angegangen werden müsse, von der Materialauswahl bis hin zu Heiz- und Kühlsystemen. „Wenn wir Gebäude nicht radikal dekarbonisieren, werden wir die globale Erwärmung nicht unter 1.5 °C halten können“, sagte er.

Eine Marktchance

Der Übergang zu CO2-freien Gebäuden ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine große wirtschaftliche Chance. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Gebäuden steigt, da Unternehmen und Hausbesitzer ihre Energiekosten senken und sich an immer strengere Vorschriften halten wollen. Der globale Markt für energieeffiziente Gebäude und Sanierungen wird voraussichtlich rasant wachsen, wobei finanzielle Anreize weitere Investitionen vorantreiben. Unternehmen, die nachhaltige Baumaterialien, energieeffiziente Geräte und Smart-Grid-Lösungen herstellen, dürften davon erheblich profitieren. Auch Finanzinstitute greifen ein, da Immobilienbesitzern, die in Modernisierungen investieren möchten, zunehmend grüne Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. 

Laut Cristina Gamboa, CEO des World Green Building Council, bietet die Umstellung auf CO2-freie Gebäude eine große wirtschaftliche Chance, die über die Baubranche hinausgeht. „WorldGBC mobilisiert ein globales Netzwerk für eine gerechte Transformation der gebauten Umwelt für Mensch und Umwelt. Wir sind stolz, diesen ETC-Bericht zu unterstützen. Er erinnert uns rechtzeitig an die Verbindung zwischen Gebäuden und dem Energiesystem. Beide sind untrennbar miteinander verbunden – wir können das eine nicht ohne das andere dekarbonisieren.“

Ein Sektor, der bereit für den Wandel ist

Die Dekarbonisierung von Gebäuden stellt zwar eine Herausforderung dar, doch die im Bericht skizzierten Lösungen zeigen, dass ein Übergang mit den richtigen Maßnahmen und Investitionen machbar ist. Regierungen, Unternehmen und Finanzinstitute müssen zusammenarbeiten, um den Einsatz sauberer Technologien voranzutreiben und sicherzustellen, dass die Dekarbonisierung von Gebäuden zur Standardpraxis und nicht zur Ausnahme wird. Die Umstellung auf elektrische, effiziente und flexible Gebäude trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern schafft auch neue wirtschaftliche Chancen und verbessert den Lebensstandard. 

Die Zukunft des Gebäudesektors ist eine Zeit des Wandels und die Richtung, die dieser einschlägt, wird eine entscheidende Rolle bei den weltweiten Klimabemühungen spielen.

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